Pastor Michael Behrens stellt sich vor

Geprägt durch Auslandsgemeinde in USA

Pastor Michael Behrens wird am Sonntag, 2. Mai, im Gottesdienst der Kirchengemeinde St. Margarethen in Stotel begrüßt. Foto: KG Lavesloh

Moin! 

Ich bin Michael Behrens und werde gemeinsam mit meiner Frau Katharina demnächst die Pfarrstelle in Lunestedt übernehmen. Zudem werde ich auch noch bei Ihnen in der Gemeinde einen Anteil übernehmen, daher ist es ja nur geboten, dass ich mich Ihnen auch vorstelle.
Aufgewachsen bin ich in Gyhum, das liegt an der A1, genau in der Mitte zwischen Bremen und Hamburg. Zur Schule gegangen bin ich in Zeven, zum Schluss habe ich dort das Wirtschaftsgymnasium besucht. Spannende Zeit, obwohl ich bis heute nicht wirklich weiß, was genau Rechnungswesen eigentlich ist bzw. macht... Durch die Spedition meiner Eltern kam ich schon früh mit größeren Gefährten (Stapler, Lkw) in Kontakt und nutzte die Chance, sie auch gleich auszuprobieren. Nur auf dem Hof versteht sich! Aber ich merkte auch schnell, dass das nicht unbedingt die Gerätschaften sein sollten, mit denen ich meinen Lebensunterhalt verdienen sollte.
Ich habe schon früh gern und viel gelesen, als Teenager begann ich mit dem Herrn der Ringe und den Büchern von Terry Pratchett. Seit dieser Zeit habe ich mindestens ein Buch, eher zwei, die ich auch gern parallel lese. Ebenfalls in diese Zeit fällt mein Klavierunterricht, der zwar schön war, aber nach dem Abitur auch nicht mehr große Auswirkungen hatte... leider! 
Bevor es bei mir mit dem Studium losging, absolviert ich meinen Zivildienst im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen, was sehr spannend und herausfordernd war (sicherlich haben Sie schon gelesen, dass mein Frau und ich zu dem Zeitpunkt schon zusammen waren!). Es kam nicht von ungefähr, das ich dort gelandet bin: Mein Heimatpastor war auch schon dort gewesen und seit ich seine Sommerfreizeiten besucht habe, war er ein großer Einfluss für meinen weiteren beruflichen Weg.
Nach dem Zivildienst ging es in Krelingen gleich weiter mit dem (wie ich fand und immer noch finde) schwierigsten Bestandteilen des frühen Theologiestudiums: Alt-Griechisch, Hebräisch und Latein. Spannender Nebeneffekt: Um all die Sprachen richtig zu übersetzen, musste ich erstmal meine eigene Muttersprache nochmals richtig lernen! Nachdem das, Gott sei es wahrhaft gedankt!, erfolgreich überstanden war, ging es für mein Frau und mich nach Leipzig. In die große Stadt! So viele Möglichkeiten, so viele neue Leute, so viele Ablenkungen... gerade dieser eine Buchladen, der über vier(!) Etagen ging... Obwohl es nicht immer einfach war, dort zu wohnen (eine Straße durch die wir immer wieder fuhren, wurde beim Sender kabel1 zu eine der gefährlichsten Straßen Deutschlands erklärt...), waren es doch wirklich schöne 6 Jahre.
Nun sollte der praktische Teil der „Ausbildung“ zum Pastor beginnen: Das Vikariat. Loccum war dafür der Ort an dem die Theorie des Ganzen weiter untersucht werden sollte, und Rethem an der Aller wurde der Ort, an dem alles in die Praxis umgesetzt wurde. Na ja, fast alles. Großartig war dabei, dass ich all das, was mich zu Beginn in meiner Heimatgemeinde so an dem Beruf fasziniert und erfreut hatte, endlich auch selbst machen konnte: Von Hochzeiten und Taufen über spezielle Gottesdienste bis hin zu Konfirmandenfreizeiten. Und das war der Punkt an dem ich gemerkt habe: Ja, das ist es, was ich machen möchte!
Allzu schnell kamen dann die Abschlussprüfungen und die Überlegung zwischen meiner Frau und mir: Wollen wir gleich in den Dienst gehen oder soll es nochmal ein Abenteuer sein? Wir entschieden uns dann für letzteres und landeten dann in den USA! (Normalerweise geht man als deutscher Sondervikar in eine deutsche Auslandsgemeinde, wir waren aber in einer original amerikanischen!). Der Aufenthalt und die Arbeit dort im Land und speziell in der Gemeinde waren für mich unglaublich einprägsam! (Allein die riesigen Buchläden dort...!) Und die Ideen, die Überlegungen, wie Gemeinde, wie der christliche Dienst am Nächsten zu tun ist... begleiten mich immer noch und haben zu manch spannendem Experiment auch hier in meiner jetzigen Gemeinde geführt. So nun aber genug! Alles Weitere dann mal bei einem schönen, gemeinsamen Tee!