Thlokomela!

„Thlokomela!“: Chor- und Tanzgruppe aus Namibia zu Gast in Stotel

thlokomela! betend für juni 2019
Thlokomela!

„Wat god doen, is well gedoen – was Gott tut, ist wohlgetan“ lautet das neue Programm des namibischen Chors, der über das Wochenende vom 14. - 17.  Juni Station in Stotel macht. Das Konzert des Chors Thlokomela! findet am Sonntag, den 16.6., um 17.00 Uhr St. Margarethenkirche statt. Der Eintritt ist frei, es wird allerdings am Ausgang um eine Konzertkollekte gebeten.

Davor gibt es bereits die Möglichkeit, beim Gemeindefest Thlokomela! zu treffen und mit den Chormitgliedern ins Gespräch zu kommen. Dieses beginnt mit einem Gottesdienst um 10.30 Uhr, bei dem der Chor zusammen mit den Stoteler Joyful Voices mit ein paar Stücken zu hören sein wird. Danach ist für das leibliche Wohl mit Bratwurst, Salaten, Getränken sowie Kaffee und Kuchen gesorgt. Zudem gibt es ein kleines Rahmenprogramm mit Spielen für Groß und Klein. Außerdem öffnet der Kirchturm für Besteigungen seine Pforte. Und wer bei den letzten Besuchen von Thlokomela! mit dabei war, weiß, dass auch der Chor immer wieder für gute Stimmung zwischendurch sorgt.

Die fünfzehn jungen Erwachsenen kommen aus den Townships der namibischen Hauptstadt Windhoek und Rehoboth, 90 Kilometer südlich von Windhoek. Sie wissen genau, wie sie ihr Publikum mit Gesang, Tanz und ihren Lebensgeschichten mitreißen. "Thlokomela" heißt: "Pass auf!" Und aufpassen muss man in den Wellblechhüttensiedlungen weit draußen vor der Stadt. Vor allem, dass man sich nicht aufgibt oder in den Strudel von Perspektivlosigkeit und Kriminalität gerät.

Der Leiter der Gruppe Thlokomela!, Dawid Sauber: „Von außen betrachtet ist unser Leben alles andere als leicht. Die meisten von uns finden trotz Schulabschluss keine Arbeit und wohnen in Wellblechhütten ohne Strom und Wasser. Aber davon lassen wir uns nicht unterkriegen. In unserer afrikanischen Musik finden wir eine Kraft, die uns immer wieder aufstehen lässt. Selbst wenn wir kaum die Umstände verändern können, so arbeiten wir an unserer Lebenseinstellung.“

2008 begann Thlokomela! als ein reines Chorprojekt. Inzwischen ist dank deutscher Unterstützung, die zu einem großen Teil auch aus Stotel kommt, ein Posaunenchor hinzugekommen. Dem Chorleiter ist es besonders wichtig, neben der musikalischen Bildung, sich auch der aktuellen Probleme der Jugendlichen anzunehmen.

 Thlokomela! zeigt sich mit leisen, nachdenklichen und immer wieder überraschend lebensstrotzenden Darbietungen. An Thlokomela wird deutlich: Afrika hat mehr zu bieten als Entertainment und negative Schlagzeilen. „Pass auf“ oder Thlokomela! ist dafür ein gelungenes Beispiel eines funktionierenden Selbsthilfeprojekts. 

„!khub Elob di xun ge a !gâi, //ib ge sida !nâ tsi uiba - Was Gott tut, das ist wohlgetan: Er ist (mein) Licht und Leben“

700 Jahre - Konzert Thlokomela!

Thlokomela! zeigt unter diesem Titel mit seinen Liedern und Tänzen einen Ausschnitt aus seinem Leben in Namibia - mal voller überbordender Lebenslust, mal besinnlich oder auch traurig. Der Chor macht dabei aber nicht nur auf die Armut seines Zuhauses im Windhoeker Vorort Okahandja Park aufmerksam, sondern versucht Wege aus dem aussichtlosen Alltag einer Wellblechhüttensiedlung zu zeigen. So treffen sich die Mitglieder zu Hause fast täglich, um Kindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben zu helfen und mit ihnen gemeinsam zu essen – oftmals die einzige Mahlzeit am Tag. Danach öffnet sich die Musikschule: der Chor probt neue Lieder und Tänze und die Brass-Band, deren Grundstock an Instrumenten aus Stotel stammt, lässt mehr oder weniger lautstark Choräle, südafrikanischen Swing, aber manchmal auch ein herzerweichendes „Ännchen von Tharau“ erklingen. Die Nachbarn unterstützen (trotz der Lautstärke) diese Arbeit: „Das ist doch viel besser, als wenn unsere Kinder nach der Schule auf der Straße herumlungern.“

Ein Höhepunkt der täglichen Arbeit in Okahandja Park sind die Besuche in Deutschland. „Wir wollen kein Mitleid, sondern zeigen, wie man aus selbst hoffnungslosen Umständen herauskommt. Vorurteile abbauen, sich gegenseitig respektieren, kennenlernen und besser verstehen sind unsere Ziele und das über alle Grenzen hinaus, die soziale Ungleichheit, Hautfarbe und Nationalität schaffen", so formuliert Thlokomela! seine Botschaft.

Thlokomela! das sind:

Dawid Hensel Gawub (Leitung und Arrangements)

Deon George Zenido Witbeen, Frederick Gerhardt Van Wyk, Elzino Shulligen Gaoseb, Jermaine Jatro Jantze, Joviaan Ray Uibasen Bapello, Francois Gawub, Childres Elvanius Gaoseb, Merceltha Marlin Harases, Lisborn Eises, Aeysha Hendrietta Röhm, Jacquinsie /Ul-Nuses, Sharon Ester Frederik, Marlene Shirley Van Wyk, Shuperupsha Shariff Röhm, Frieda Naris

www.thlokomela.kirche-hsw.de